EJW Darmstadt e.V.
Home  »  Öffentlichkeitsarbeit  »  Informationsheft  »  Einblick Winter 2015

Einblick Winter 2015



Einblick, Ausgabe Winter 2015

  • Editorial - Gottes Schalom – Frieden – Peace
  • Heliand-Pfadfinderschaft - Was ist das eigentlich - und was machen die?
  • Rückblick - Neuigkeiten aus dem EJW Darmstadt (Was uns beschäftigt)
  • Rückblick - Neuigkeiten aus der Kirchengemeinde Traisa (Kinderbibeltage in Traisa)
  • EJW Hessen - Aktuelle Entwicklungen (Strukturreform EJW Hessen)
  • Heliand Mitarbeiterschaft - Jahreswende in Haus Heliand (Herbsttreffen 2015)

Editorial - Gottes Schalom - Frieden – Peace

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

noch knapp einen Monat, dann ist das Jahr 2015 vorbei. Ein Jahr mit vielen schönen Momenten des Friedens und leider auch mit nicht wenigen Momenten des Unfriedens.

Wagen wir für uns selbst einen kleinen Rückblick ins Jahr 2015. Welche sind unsere Momente des Unfriedens und des Friedens? Was hat uns traurig gemacht, was hat uns mit Freude erfüllt.

In der Arbeit mit Konfirmanden und der Arbeit mit Jugendlichen wird sehr gerne folgendes Lied gesungen.

||: Schaff Frieden mein Freund, make peace my friend. Schalom Chawarim, Schalom.:||
1. Wir weinen zusammen, wir lachen zusammen, Schalom. Wir hoffen zusammen, wir beten zusammen, Schalom.
2. Wir dulden zusammen, wir warten zusammen, Schalom. Wir essen zusammen, wir trinken zusammen, Schalom.
3. Wir zweifeln zusammen, wir glauben zusammen, Schalom. Wir siegen zusammen, wir feiern zusammen, Schalom.

(Text: Harald Lämmel)

Das Lied ist eine Aufforderung an jeden, der es singt, hört und liest. Aktiv Frieden schaffen. Die Worte Frieden und Peace sind für jeden für uns verständlich. Schalom ist hebräisch und bedeutet auch Frieden. Allerdings bedeutet der Begriff Schalom biblisch betrachtet mehr als nur Frieden. Die Übersetzer der Septuaginta haben den Begriff mit mehr als 25 Worten wiedergegeben. Vom hebräischen Wortstamm her betrachtet, bedeutet der Begriff "vollkommen, unversehrt sein" oder "vollkommen, unversehrt leben". Im alttestamentlichen Sinn heißt schalom "Wohlbefinden, äußerliches und geistliches Gedeihen" (z.B. 2. Mose 18,23). Schalom ist auch ein Begriff der Beziehung und wird verwendet zur Bezeichnung des guten Verhältnisses zwischen verschiedenen Personen (z.B. 1.Könige 5,26).
Der Friede wird alttestamentlich als Gabe und Geschenk Gottes verstanden. Er ist von Menschen allein nicht herstellbar. Schalom ist also mehr als der Gruß "Friede sei mit dir!" Es ist ein aktives Bitten zu Gott, um unter seinem Frieden zu stehen und ihn aktiv wahren zu können.
Das Friedensverhältnis Gottes gegenüber dem Menschen ist besonders wichtig. Der ursprüngliche Frieden ist durch die Sünde der Menschen zerstört. Immer wieder möchte Gott durch seine Vergebung das ursprüngliche Verhältnis herstellen. Gott will Vergebung und darum Frieden. Vergebung und Frieden entsprechen einander (siehe Psalm 119,165). Der zukünftige Frieden wird nicht nur Israel oder die Menschheit angehen, sondern den ganzen Kosmos, die Flora und Fauna mit eingeschlossen (z.B. Jesaja 11, 6-9; 35, 9). (vgl. Rienecker/Maier: Lexikon zur Bibel. 2.akt. Auflage, 2000 S.496 ff.)

Im neune Testament hat sich eiränä als meistgebrauchte Übersetzung für das hebrä. Schalom durchgesetzt. In ihm liegt vor allem das Moment der Ruhe im hebräischen war es vor allem das des Wohlbefindens. Eiränä als heiler, gesunder Zustand ist gleichermaßen etwas "Äußerliches", im Zusammenleben der Menschen Verwirklichendes, wie auch etwas „Innerliches“, dieser bedeutet das Heil-Sein des menschlichen Herzens (Johannes 14,27; Römer 5,1). Es ist gleichermaßen der "Seelenfrieden" als auch der Frieden unter Menschen und der Frieden zwischen Gott und Mensch.
Die Verheißung des Alten Testaments beginnt nun in Erfüllung zu gehen. Was im Alten Testament noch Stückwerk war ist durch Jesus vollkommen da (Lukas 2,14). Der Unfriede zwischen Gott und Mensch ist durch den Friedensbringer (Epheser 2,14) beendet.
Dieser Friedensschluss ist unabhängig davon, ob die Menschen ihn zur Kenntnis nehmen, dafür danken und danach leben oder nicht. Er wird also nur für die Wirklichkeit werden, welche das Rechtfertigungsurteil Gottes auf sich beziehen. Wer sich als gerechtfertigter Sünder weiss, lebt in diesem Frieden (Römer 5,1), ist geborgen in der Nähe Gottes, selbst wenn um ihn herum der schlimmste Unfriede herrschen sollte (Johannes 16,33). In Jesus Christus ist das erfüllt, was der Gott des Friedens, der mit sich im Frieden ist und mit der Welt und seiner Schöpfung im Frieden sein will, mit der Welt im Sinn hatte. Der Zustand der geordneten Verhältnisse zwischen Gott und Mensch, als auch zwischen Mensch und Mensch ist wieder gebildet. (vgl. Rienecker/Maier: Lexikon zur Bibel. 2.akt. Auflage, 2000 Seite 496 ff.)

Wie steht es um unseren persönlichen Frieden? Gibt es da Dinge tief in meinem Inneren, in der Familie oder in der Nachbarschaft, die noch nach dem Frieden, dem Schalom Gottes suchen? Es ist nicht leicht diesen Frieden herzustellen. Gott der Schöpfer unserer Welt und allem was auf ihr lebt, und sein Sohn Jesus der Christus, möchten uns ermutigen um diesen Frieden zu kämpfen und ihn wieder herzustellen. Wenn wir selbst um diesen Frieden wissen, dann können wir auch dazu beitragen, ihn anderen erlebbar zu machen. Wir leben in einem Land ohne Krieg. Viele Menschen kommen aus Kriegsgebieten zu uns in der Hoffnung wieder Frieden, Peace und Schalom zu erfahren – für sich und ihre Familien. Wir wollen unsere Werte, welche zum Bewahren von Frieden dienen weitergeben. Dies geschieht in unseren Familien und auf den Freizeiten, Fahrten, Lagern und Gruppenstunden im Evangelischen Jugendwerk Darmstadt e.V. und im gesamten Evangelischen Jugendwerk Hessen e.V.
Dies geschieht so, wie es in den 3 Strophen des Liedes besungen wird. Vielleicht ist es deshalb so gerne gesungen, weil es das eigene Erleben und die eigenen Erfahrungen darstellt.

1. Wir weinen zusammen, wir lachen zusammen, Schalom. Wir hoffen zusammen, wir beten zusammen, Schalom.

Wir sind aufgerufen, Friedensbotschafter zu sein. Durch Jesus Christus leben wir im Frieden mit Gott, wenn wir ihn als Herrn, als Christus, als Friedefürst angenommen haben. "Denn Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu und hat unter uns aufgerichtet das Wort von der Versöhnung. So sind wir nun Botschafter an Christi Statt: Lasst euch versöhnen mit Gott." (2.Korinther 5, 19-20).

2. Wir dulden zusammen, wir warten zusammen, Schalom. Wir essen zusammen, wir trinken zusammen, Schalom.

Lasst uns in der Gemeinschaft leben, wie sie sich Gott für seine Schöpfung wünscht. Weihnachten, das Fest der Liebe, als Gott seinen Sohn zu uns sendet, als Licht der Welt, als Friedenslicht in Bethlehem, sollte für uns doch der beste Anfang sein, um Gottes Schalom in uns selbst, in unserer Familie, in unserer Nachbarschaft und in der Begegnung mit Flüchtlingen zu leben.

3. Wir zweifeln zusammen, wir glauben zusammen, Schalom. Wir siegen zusammen, wir feiern zusammen, Schalom.

Wie Jesus die Dunkelheit, den Tod besiegte, so werden wir als Botschafter an Christi Statt die Einsamkeit, Traurigkeit und Angst vieler besiegen können wenn wir von Gottes großer Liebe weitererzählen und diese weitergeben indem wir gemeinsam Weihnachten feiern und Menschlichkeit leben und somit für unsere Mitmenscher erlebbar machen.

Liebe Leserinnen uns Leser, liebe Freunde des EJW, liebe Interessierte,

lasst uns da helfen, wo Menschen Ausgrenzung erfahren und auf sie mit Fingern gezeigt wird. Lasst uns die Nachfolge wagen zu der wir berufen sind und uns für Gottes Shalom einsetzen.

"Schaff Frieden mein Freund, make peace my friend. Schalom Chawarim, Schalom!"

An dieser Stelle möchte ich mich bei Ihnen im Namen des EJW Darmstadt e.V. und des EJW Hessen e.V. ganz herzlich für das uns entgegengebrachte Vertrauen im Jahr 2015 bedanken.

In freudiger Erwartung auf ein Wiedersehen bei Gruppenstunden, Freizeiten und weiteren Angeboten des EJW Darmstadt e.V. wünsche ich Ihnen und Ihren Lieben eine besinnliche Advents- und Weihnachtszeit und einen gesegneten und gesunden Start ins neue Jahr.

Gott befohlen!
Ihr Hendrik Lohse, Diakon


Heliand-Pfadfinderschaft - Was ist das eigentlich - und was machen die?

Seit nun fast zweieinhalb Jahren nennt die Sippe Volker der Heliand-Pfadfinderschaft die Thomasgemeinde ihr Zuhause.

Seit fast anderthalb Jahren existiert die Dienstagsmeute „Die Gefährten“. Da wir leider immer noch oft gefragt werden, was die Pfadfinder eigentlich machen, wollen wir das mit diesem Artikel versuchen, zu beantworten.

Der Punkt, der uns am Wichtigsten ist, ist Spaß zu haben. Dafür spielen wir ganz viele Spiele drinnen und – wenn das Wetter gut ist – auch draußen. Eines unserer Lieblingsspiele ist Banner, ein typisches Pfadfinderspiel, bei dem vor allem Geschwindigkeit und Reaktion wichtig sind. Neben den vielen Spielen lernen wir auch etwas, aber keine langweiligen Sachen wie in der Schule, sondern nur praktische Sachen. Dazu zählen ein paar Knoten, Erste Hilfe und auch die eigene Tracht (so nennen wir unser grünes Hemd mit Halstuch). Diese hat viele Details, die man als richtiger Pfadfinder wissen sollte. Trotz allem kommt bei uns Gott nicht zu kurz. Wir bringen bei der Ausbildung Bibelkunde mit ein und haben vor jeder Gruppenstunde eine Losung, das ist ein geistlicher Input von ca. fünf Minuten Länge, in dem christliche Grundgedanken weitergegeben werden.

Wenn Du ein Junge zwischen 10 und 13 Jahren bist und Dich das oben Geschriebene interessiert, dann melde Dich bei Birk Birkner oder komm am besten einfach am nächsten Dienstag um 17:30 Uhr in unseren Gruppenraum im Keller der Thomasgemeinde.

B. Birkner


Rückblick - Neuigkeiten aus dem EJW Darmstadt (Was uns beschäftigt)

Seit der Veröffentlichung des letzten Einblicks sind nun schon wieder zwei Monaten vergangen. Zwei Monate voller Gruppenstunden, größeren Veranstaltungen sowie jeder Menge Vorstandsarbeit.

Die Arbeit in den beiden Gemeinden läuft unverändert gut, wobei das Angebot in Traisa sich nun langsam steigern lässt. Nachdem Hendrik Lohse, unser Hauptamtlicher, sein Studium im Sommer erfolgreich abschließen konnte, steht er nun wieder voll zur Verfügung. So konnte er auch in den Herbstferien gemeinsam mit einer großen Zahl an Ehrenamtlichen eine Woche lang Kinderbibeltage in Traisa anbieten (siehe hierzu den Bericht auf Seite 3). Wie jedes Jahr standen im November die großen Jahrestreffen der Fachgruppen des EJW an. Sowohl beim Herbsttreffen als auch beim Bußtagtreffen waren Ehrenamtliche aus Darmstadt vertreten und brachten sich in die Gestaltung der Veranstaltungen ein (siehe Bericht zum Herbsttreffen auf Seite 4). Am Bußtagtreffen wurde das EJW Darmstadt gar durch ein neues Mitglied bereichert. So schloss Lux Hildebrandt seinen Führeranwärterkurs ab und wurde zum Kornett berufen. Das EJW Darmstadt freut sich über ihn und wünscht ihm alles Gute für seine zukünftige Arbeit.

Zum letzten Mal fand am 4. Dezember 2015 das traditionelle EJW Nikolaus Tischfußballturnier in der Thomasgemeinde statt. Es wird dieses zwar weiterhin geben, doch in einer etwas anderen Form und gemeinsam mit der Ev. Kirche Traisa. Wir sind gespannt, welche Möglichkeiten sich daraus bieten werden.

Der Vorstand beschäftigte sich in der vergangenen Zeit u.a. mit der Erarbeitung einer neuen Konzeption, um dem EJW Darmstadt ein klareres Profil zu geben. Dieses ist ebenfalls wichtig, um das Dauerthema Fundraising noch stärker vorantreiben zu können.

Nun steht erst einmal eine etwas ruhigere Zeit an. Trotzdem laufen selbstverständlich die Planungen im Hintergrund unentwegt weiter ...

U. Zwinger


Rückblick - Neuigkeiten aus der Kirchengemeinde Traisa (Kinderbibeltage in Traisa)

Viel Begeisterung war zu spüren, als sich in der zweiten Woche der Herbstferien die Tür ins Gemeindezentrum um kurz nach 8 Uhr öffnete. Gut gelaunte Kinder und motivierte Konfi-9er kamen zu den Kinderbibeltagen (KiBiTa) in die Traisaer Kirchengemeinde. Gemeinsam starteten wir mit einem sehr leckeren Frühstück um 8.30 Uhr in den Tag. Nach der morgendlichen Stärkung haben wir uns alle sehr kreativ mit Wolle und der weltberühmten Strickliesl beschäftigt. Es galt Lutherschnüre zu bastel. Nach anfänglichen Schwierigkeiten, aber fachkundiger Erklärung von Hannah Ruf, konnte es losgehen. Daraus entwickelte sich ein kleiner Wettkampf, der zum Ziel hatte, die längste Lutherschnur am Ende der Kinderbibelwoche zu haben.

Wie aus den letzten Zeilen schon erkennbar wurde, ging es in den vier KiBiTa rund um das Leben von Martin Luther. Wir haben über Gewittererlebnisse in unserem Leben gesprochen und haben selbst Thesen formuliert, die an eine schön gestaltete Tür der Schlosskirche zu Wittenberg geklebt wurden.

Besonders spannend gestaltete sich auch die Aufgabe, jeden Tag als Gruppe gemeinsam das Mittagessen zu kochen. Das hat viel Spaß gemacht. Daraus entstand sogar der Wunsch nach einem Kinderkochkurs mit Hendrik Lohse. Und eine unserer Spezialitäten war das Reformationsbrötchen, welches wir gebacken haben. Dieses heißt so, weil es der Lutherrose nachempfunden ist.

Neben dem Kulinarischen haben wir uns natürlich auch mal im Bad der Nieder-Ramstädter Diakonie vergnügt. Eine Dorfrallye mit interessanten Aufgaben hat Spaß bereitet, genau so wie der Ausflug auf den Spielplatz beim Freibad.

In der Woche haben wir sehr viel über Martin Luther gelernt und unsere Kochfertigkeiten erweitert. Und die Strickliesl hat sich auch wieder einen kleinen Namen gemacht.

Die sechs teilnehmenden Kinder hatten viel Freude, auch wenn sie gefragt haben, warum denn nicht mehr Kinder da sind. Die vier Konfirmaden (Till, Tom, Hannes, Lou) und eine Konfirmandin (Ronja) haben sich für ihr Gemeindepraktikum für die Kinderbibeltage entschieden – das war eine super Entscheidung. Hannah hat sich als erfahrene EJW-Teamerin super eingebracht und gut gecoacht. Vielen Dank an Euch alle und hoffentlich bis zum nächsten Mal.

H. Lohse (Diakon und Jugendreferent)


EJW Hessen - Aktuelle Entwicklungen (Strukturreform EJW Hessen)

Das EJW ist ein Ehrenamtlichenwerk. Ehrenamtliche engagieren sich in sehr hohem Maße in der laufenden Arbeit. Hauptamtliche, die ebenfalls in der Arbeit stehen, unterstützen sie dabei und haben den Überblick über ihr gesamtes Arbeitsfeld.

Die Hauptamtlichen treffen sich in der Hauptamtlichenkonferenz und besprechen dort die laufende Arbeit, z.B. Freizeitkonzepte, theologisches Profil, Veränderungen in der Arbeit usw. Die Ehrenamtlichen treffen sich in den Fachgruppen (Pfadfinderinnenschaft, Pfadfinderschaft und Mitarbeiterschaft) oder in der Mitgliederversammlung des EJW Hessen und beraten teilweise die gleichen Themen. Da hierbei strukturell bedingt nur ein dürftiger Austausch zwischen den Gremien stattfindet, sind die Entscheidungen, die getroffen werden, intransparent und führen bei denjenigen, die nicht beteiligt waren zu Unzufriedenheit.

Diese Situation war für viele höchst unbefriedigend, sodass der Plan entstand, die Struktur des EJW Hessen neu zu überdenken. Wir wollten die Leitungsstruktur neu erfinden, wollten nicht nur Kosmetik betreiben, sondern befreit von allen Zwängen ein neues Modell erschaffen. Um nichts übers Knie zu brechen, sondern möglichst viele an diesem Prozess zu beteiligen, und so eine große Akzeptanz zu erreichen, haben wir uns für diese Mammutaufgabe einen Zeitrahmen von zwei Jahren gegeben.

Bei einem ersten Treffen über 24 Stunden (Freitag 18.00 Uhr bis Samstag 18.00 Uhr) versammelten sich Ende März letzten Jahres über 40 Personen aus Vorständen, Leitungsgremien, Hauptamtlichenkonferenz und sonstigen interessierten Menschen in der Jugendherberge Oberreifenberg im Taunus. Alle Ortswerke, Fachgruppen und die Hauptamtlichen waren vertreten. Unter der Leitung von Steffen Bauer, Leiter der Ehrenamtsakademie der EKHN, beschäftigten wir uns mit den Zielen des EJW. Am Samstagnachmittag sollten dann 11 Kleingruppen je einen Satz bilden, der ihre Vision vom EJW ausdrückt. Geplant war, dass in mehreren Schritten immer zwei Gruppen ihre Sätze zu einem zusammenfassen, um am Ende einen gemeinsamen Satz zu erhalten, der die Vision ausdrückt, doch nachdem die elf Sätze an den Pinnwänden hingen, waren alle überrascht. Die Visionen aller Gruppen enthielten, unterschiedlich formuliert, die gleichen Schlagworte: Glaube, Begeisterung, Gemeinschaft. Herr Bauer, der schon viele solche Prozesse begleitet hat, war erstaunt über so viel Übereinstimmung. So gingen wir im Bewusstsein auseinander, ein gemeinsames Ziel zu haben, ohne uns erst in ermüdenden Diskussionen darauf geeinigt haben zu müssen.

Nachdem wir nun unsere Ziele formuliert hatten, ging es an einem anderen Wochenende in den zweiten 24 Stunden von Oberreifenberg um die neue Struktur. Wieder waren über 40 Personen aus dem EJW dabei. Am Freitagabend nahmen wir den Faden vom ersten Wochenende wieder auf. Herr Bauer moderierte auch dieses Wochenende hervoragend, so dass am Ende als Ergebnis eine Struktur stand, die in alle Entscheidungsprozesse Ehren- und Hauptamtliche einband.

Die Umsetzung dieses Ergebnisses wurde einem aus sieben Personen bestehenden Team übertragen, in welchem alle Fachgruppen und die Hauptamtlichen vertreten waren, damit die unterschiedlichen Positionen berücksichtigt werden. Im Januar diesen Jahres wurde die neue Struktur allen Interessierten des EJW vorgestellt. Bei diesem Treffen gab es noch einige Anregungen und Hinweise, die das 7er-Team in den Satzungsentwurf einarbeitete.

Die rechtliche Prüfung dieses Entwurfes ergab leider, dass unsere Vorstellungen nicht so wie gedacht umgesetzt werden können. Wieder wurde der Satzungsentwurf geändert, so dass er den Wünschen des EJW und dem Vereinsrecht gerecht wird. Die neue Struktur beruht nun auf vier Ebenen:

Ausschüsse: In den Ausschüssen wird die meiste Arbeit stattfinden. Sie sollen haupt- und ehrenamtlich besetzt sein. Auch Externe dürfen in die Ausschüsse berufen werden, um die Kompetenzen zu stärken. Es sind ständige Ausschüsse geplant (Finanzausschuss, Freizeitausschuss, Fort- und Weiterbildungsausschuss, Konzeptionsausschuss, sowie der Öffentlichkeitsausschuss), zusätzlich können noch temporäre Ausschüsse nach Bedarf eingesetzt werden.

EJW-Leitung: Sie ist das zentrale Gremium. Durch die Beteiligung der Ehren- und Hauptamtlichen, der Fachgruppen und der Ortswerke werden hier über 20 Personen miteinander beraten. Die Ausschüsse berichten dort über ihre Arbeit und bringen Anträge ein. Die EJW-Leitung beschließt darüber oder gibt ein Votum an die Mitgliederversammlung. Mindestens einmal im Jahr trifft sich die EJW-Leitung zu einer Klausurtagung. Hierzu sollen jedes zweite Jahr alle Vorstandsmitglieder aus den Mitgliedsvereinen und die Leitungsgremien der Fachgruppen eingeladen werden, damit ein intensiver Austausch wie bei den Treffen in Oberreifenberg stattfinden kann.

Mitgliederversammlung: Da die Mitglieder des EJW Hessen die Ortswerke sind, werden dort deren Vertreter mit Stimmrecht sitzen. Diese beschließen über die laut Vereinsrecht notwendigsten Angelegenheiten, diese müssen aber vorher in der EJW-Leitung beraten und mit einem Votum an die Mitgliederversammlung versehen werden.

Vorstand: dieser besteht voraussichtlich aus mindestens 3 Personen. Einer davon ist der Leitende Referent (zur Zeit Piet Henningsen), der dem Vorstand qua Amt angehört.

Der große Vorteil der geplanten Struktur ist, dass sowohl in den Ausschüssen, als auch in der EJW-Leitung eine Vernetzung zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen, und zwischen den Fachgruppen stattfindet. Dies war auch der ausdrückliche Wunsch und der Auslöser für diese Strukturreform. Nun muss diese neue Struktur gelebt werden. Dazu bedarf es vieler Ehrenamtlicher, die sich in den Ausschüssen einbringen. Die Zusammenarbeit zwischen Haupt- und Ehrenamtlichen stelle ich mir fruchtbar vor, da ich im EJW immer wieder erfahren durfte, dass die Hauptamtlichen den Ehrenamtlichen auf gleicher Augenhöhe begegnen. Für die EJW-Leitung sehe ich die größte Herausforderung darin, den Spagat zu schaffen, weder ein Abnickgremium der Ausschüsse zu sein, noch eine Doppeldiskussion in Ausschuss und EJW-Leitung zu führen. Im ersten Fall wäre die EJW-Leitung, im zweiten die Ausschüsse überflüssig.

Die Verabschiedung der neuen Satzung mit Organisationsstatut ist für Ende Januar 2016 geplant. Ich bin sicher, dass mit Glaube und Begeisterung die Gemeinschaft im EJW weiter wächst.

S. Birkner


Heliand Mitarbeiterschaft - Jahreswende in Haus Heliand (Herbsttreffen 2015)

Wie in jedem Jahr feierte die Heliand Mitarbeiterschaft auch in diesem Jahr ihr Herbsttreffen im November in Haus Heliand. Zunächst jedoch reiste die Darmstädter Mitarbeitergruppe schon Samstagmorgens an, da wir die Aufgabe hatten, die Anmeldung zu gestalten. Dies setzten wir auch mit viel Spaß in Form einer großen Bürokratie um. So gab es zuerst eine Sicherheitskontrolle, dann bekamen die Neuangekommenen ihre Zimmernummern, in die Zimmer kamen sie jedoch nicht ohne einen Mitarbeiterausweis, den sie in mehreren Schritten im "Personalbüro" ausfüllen mussten. Bei allen Schritten wurde darauf geachtet, alles möglichst zu bürokratisieren. Mittags ging dann das Herbstreffen mit dem Berufungsgottesdienst offiziell los. In diesem ging es auch das erste Mal um das Thema des diesjährigen Herbsttreffens: "Typisch Heliand Mitarbeiterschaft?!"

Dieses Thema wurde aber auch am Nachmittag in den Workshops aufgegriffen, die zum einen inhaltliche Themen zum Gegenstand hatten, wie zum Beispiel die Gestaltung von Freizeiten, aber auch sportliche Alternativen boten. Auch im Abendprogramm, das aus einem Stationenlauf mit EJW-typischen Spielen bestand, und der Feierstunde am Sonntagmorgen ging es wieder darum, was uns als Mitarbeiterschaft ausmacht. – Das alles war wie jedes Jahr eine tolle Gelegenheit, die Mitarbeiter aller Ortswerke des EJWs zu treffen, sich mit ihnen auszutauschen und die Gemeinschaft und den Glauben zu pflegen. Das Herbsttreffen ist eben auch "typisch Heliand Mitarbeiterschaft".

M. Birkner

Impressum   |   © 16.10.2018